Der Bogen ist eine alte Jagd- und Kriegswaffe. Seit der jüngeren Altsteinzeit (30.000–10.000 v. Chr.), nutzen Menschen Pfeil und Bogen für die Jagd und auch für kriegerische Auseinandersetzungen. Als älteste Bogendarstellung gilt eine Kalksteinplatte aus der Grotte des Fadets, Departement Vienne, Frankreich aus dem späten Magdalénien. Heute gilt der Bogen meist als Jagd- und Sportgerät und ist nach dem deutschen Waffengesetz keine Waffe.
Bis zum heutigen Tage werden Bögen benutzt und ständig weiter entwickelt. Moderne Compound- und Recurve-Bögen sind spitzentechnische Geräte.
Für den Bogenbau benötigt man ein mindestens 15cm dickes, 150 bis 200cm langes, gerade gewachsenes und astfreies Holzstück. Im Idealfall können aus diesem Holzstück vier Bögen hergestellt werden. Für die Trocknung des Holzes wird der Stamm in vier Viertel gespalten. Dann werden die Enden mit Leim bestrichen, um den Trocknungsvorgang zu verlangsamen. Schnell trocknendes Holz reisst ein, und das ist für einen Bogen das Aus.
Der potentielle Bogen muss also in einer warmen Umgebung mindestens 6 Monate getrocknet werden. Je langsamer der Prozess abläuft, desto besser wird die Qualität des Bogenholzes - die durchschnittliche Trockendauer ist also eher ein bis vier Jahre für einen hochwertigen Bogen.
Ist das Holz getrocknet, wird es sorgfältig abgerindet, ohne die oberste Holzschicht zu beschädigen, da selbige schon die Bogenvorderseite darstellt. Jeder Einschnitt in dieses Holz schwächt den neuen Bogen entscheidend. Danach wird, von der Innenseite aus, aus dem Stammviertel die Bogenform herausgearbeitet. Ist der Proto-Bogen zu feucht - meistens, weil das Holz zu kurz gelagert wurde - wird er jetzt noch einmal nachgetrocknet. Darauf folgt die Arbeit des "Tillerns" - der längste und schwierigste Prozess im Bogenbau. Der Bogen wird angebogen und von der Innenseite her nachgeschliffen, bis sich die Wurfarme gleichmässig biegen, der untere etwas steifer als der obere. Dies ist wichtig, um eine ideale Pfeilbeschleunigung zu erreichen. Nach dem Tillern wird der Bogen das erste Mal voll gebogen, probeweise geschossen und korrigiert. Ist der Bogen wunschgemäss fertig gestellt, so wird er mit Wachs und Öl behandelt und kann benutzt werden.
Falls Sie eine noch wesentlich genauere Anleitung zum Thema Bogenbau benötigen, empfehle ich ihnen das "Praktisches Handbuch für Traditionelle Bogenschützen".
Wenn sie aber nicht nur erfahren wollen, wie man einen guten Bogen baut, sondern einen wirklich professionellen Bogen bauen möchten, werden sie um die folgende Bestsellerreihe "Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus" nicht herumkommen.
Pfeile selbst zu bauen ist nicht weiter schwierig. Es gibt mehrere Gründe die eigenen Pfeile selbst zu bauen:
Um einen Satz Pfeile zu bauen, benötigt man folgende Materialien:
Zusätzlich benötigt man folgende Werkzeuge:
Auch das Thema Pfeilbau wird in den oben genannten Büchern, der Bestsellerreihe "Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus" ausführlicher behandelt.